Ob E-Jugend am Samstagvormittag, Funino-Festival im Kreis oder der Mittwochs-Kick der Kollegen auf dem Kunstrasen: Kleinfeldfußball ist in Deutschland die meistgespielte Form des Fußballs. Ein einheitliches Regelwerk wie die IFAB Laws of the Game 2026/27 für das Großfeld gibt es dafür aber nicht. Im organisierten Kinderfußball legen DFB und Landesverbände Spielformen und Feldgrößen fest; im Freizeitbereich gelten die Hausregeln der Anlage oder der Gruppe. Dieser Ratgeber fasst zusammen, was typischerweise gilt – und welche Punkte Sie vor dem Anpfiff klären sollten, damit es keinen Streit gibt.
Kleinfeld im Kinderfußball: die DFB-Spielformen
Der DFB hat den Kinderfußball in den vergangenen Jahren grundlegend reformiert. Seit der Saison 2024/25 sind die neuen Spielformen bundesweit verbindlich: weniger Spieler, kleinere Felder, mehr Ballkontakte und keine Tabellen in den jüngsten Altersklassen. Die genaue Umsetzung regeln die Landesverbände, typisch ist folgende Progression:
| Altersklasse | Typische Spielform | Tore |
|---|---|---|
| G-Jugend (U6/U7) | 2 gegen 2 oder 3 gegen 3 (Funino) | Minitore, kein Torwart |
| F-Jugend (U8/U9) | 3 gegen 3 und 5 gegen 5 | Minitore bzw. kleine Tore |
| E-Jugend (U10/U11) | 5 gegen 5 und 7 gegen 7 (Kleinfeld) | Jugendtore 5 × 2 m |
| D-Jugend (U12/U13) | 9 gegen 9 oder 7 gegen 7, je nach Verband | Jugendtore 5 × 2 m |
| ab C-Jugend (U14/U15) | 11 gegen 11 auf dem Großfeld | Großfeldtore 7,32 × 2,44 m |
Welche Variante in Ihrem Kreis gilt, steht in den Durchführungsbestimmungen des jeweiligen Landesverbands.
Typische Regeln beim Kleinfeld 7 gegen 7
- Kein Abseits.
- Fliegende Wechsel in beliebiger Zahl, meist über die eigene Wechselzone.
- Einwurf oder Eindribbeln: Viele Verbände erlauben im Kinderfußball statt des Einwurfs, den Ball ins Feld zu dribbeln oder zu passen.
- Rückpassregel und Abstoß: werden je nach Verband vereinfacht, etwa durch eine Zone, die der Gegner beim Abstoß räumen muss.
- Fair-Play-Gedanke: Im Kinderfußball coachen Trainer oft gemeinsam von einer Zone aus, teils ohne Schiedsrichter (Fair-Play-Liga).
Funino: drei gegen drei auf vier Tore
Funino geht auf den Fußballpädagogen Horst Wein zurück und ist heute fester Bestandteil des DFB-Kinderfußballs. Gespielt wird meist drei gegen drei auf einem kleinen Feld mit vier Minitoren, zwei an jeder Grundlinie. Einen Torwart gibt es nicht. Häufig existiert eine Schusszone vor den Toren: Tore zählen nur, wenn aus dieser Zone geschossen wird. So entstehen viele Ballkontakte, Dribblings und Entscheidungen, ob man links oder rechts angreift.
Typische Funino-Regeln:
- Nach jedem Tor wird rotiert: Ein Spieler pro Team wechselt aus, ein anderer kommt rein.
- Ein Ball im Aus wird eingedribbelt oder eingepasst.
- Spielzeiten sind kurz, oft wenige Minuten pro Durchgang, danach wechseln die Gegner.
Hobby-Kick, Soccerhalle und Freizeitliga
Beim Freizeitfußball gibt es die größte Vielfalt. Ob Betriebssport, Ü30-Runde, Bolzplatz oder gemieteter Soccer-Court mit Bande: Es zählt, was die Gruppe oder der Betreiber festlegt. Häufige Hausregeln:
| Punkt | Häufige Lösung |
|---|---|
| Teamgröße | 5 gegen 5 im Käfig, 6 bis 8 pro Team auf dem Kleinfeld |
| Abseits | wird nicht gespielt |
| Grätschen | oft verboten, um Verletzungen auf Kunstrasen zu vermeiden |
| Seitenaus | Einkick oder Einwurf; mit Bande läuft das Spiel weiter |
| Torwart | darf Rückpässe oft nicht aufnehmen; manchmal rotierender Torwart |
| Spielzeit | gebuchter Slot, meist 60 oder 90 Minuten, ohne feste Halbzeit |
| Ball | Größe 5; in der Halle oft sprungreduziert |
Wer regelmäßig in der Halle spielt, sollte über die echten Futsal-Regeln nachdenken: Sie sind klar definiert und verhindern Diskussionen über Banden, Grätschen und Einwurf. Alles dazu steht im Ratgeber Futsal-Regeln.
Feldgröße und Tore
Für den Kinderfußball geben die Verbände Richtmaße vor, die je nach Spielform und Landesverband variieren. Im Kleinfeldbereich üblich sind Jugendtore mit 5 × 2 m; das Feld entsteht oft, indem ein Großfeld quer in zwei Hälften geteilt wird. Funino und 3 gegen 3 werden auf deutlich kleineren Flächen mit Minitoren gespielt.
Beim Hobby-Kick gibt die Anlage die Größe vor: Ein Soccer-Court ist meist eine überdachte oder umzäunte Fläche für fünf gegen fünf, ein Kunstrasen-Kleinfeld bietet Platz für sechs oder sieben pro Team. Die Maße von Klein- und Großfeld im direkten Vergleich zeigt unser Tool Fußballfeld-Maße.
Teams fair einteilen
Nichts ruiniert einen Freizeitkick so zuverlässig wie unausgeglichene Mannschaften. Bewährt haben sich drei Methoden:
- Zufällig losen: Mit unserem Tool Teams zufällig einteilen geben Sie die Namen ein und bekommen sofort ausgewogene Gruppen – auch mit Stärke-Einstufung.
- Wählen lassen: Zwei Kapitäne wählen abwechselnd. Schnell, aber für die zuletzt Gewählten unangenehm.
- Feste Paare trennen: Die zwei stärksten Spieler und die zwei Torhüter kommen in verschiedene Teams, der Rest wird gelost.
Für Ligen oder Turniere mit festen Kadern lässt sich die Grundformation – etwa 2-3-1 oder 3-2-1 im 7 gegen 7 – mit dem Aufstellungs-Tool vorbereiten.
Regeln vor dem Anpfiff klären
Eine kurze Absprache spart Diskussionen. Diese Punkte sollten Sie vor dem ersten Ball klären:
- Wie viele pro Team, wie wird gewechselt?
- Abseits ja oder nein? (Meist nein.)
- Grätschen erlaubt?
- Seitenaus: Einwurf, Einkick oder Eindribbeln?
- Darf der Torwart Rückpässe in die Hand nehmen?
- Wann ist Schluss – feste Zeit oder bestimmte Toranzahl?
- Wer zählt die Tore? Eine Online-Anzeigetafel auf dem Handy hilft, den Überblick zu behalten.
Ball und Ausrüstung
Im Kinderfußball ist ein leichter Ball entscheidend, damit Kinder sauber schießen und köpfen lernen. Üblich sind Größe 3 bei den Jüngsten und Größe 4 (häufig als Leichtball) bis in die D-Jugend. Erwachsene spielen auch auf dem Kleinfeld meist mit Größe 5. Details nach Alter und Sportart stehen im Ratgeber Ballgrößen nach Sportart und Alter.
Bei der Ausrüstung gilt: Schienbeinschoner sind im Vereinsspiel Pflicht, im Hobbybereich dringend empfohlen. Auf Kunstrasen sind Multinocken- oder Kunstrasenschuhe besser als Schraubstollen, in der Halle helle Sohlen ohne Abrieb.
Kleinfeldfußball lebt vom Tempo und von vielen Ballkontakten. Wer die wenigen Grundregeln klar abspricht, hat mehr Zeit für das Wichtigste: spielen.