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Badminton Regeln: So funktionieren Zählweise, Aufschlag und Spielfeld

Alles für faire Spiele im Verein oder Schulsport: Rallypunkte bis 21, feste Aufschlaghöhe von 1,15 m, Einzel- und Doppelfeld sowie die 3×15-Umstellung, die der DBV schon 2026 zulässt.

Aktualisiert: 6 Min. Lesezeit

Badminton ist in Deutschland ein klassischer Vereinssport: Mannschaftsspiele vom Kreisligaabend bis zur Bundesliga, dazu Schul- und Hochschulsport. Die Grundidee ist einfach, doch knappe Spiele entscheiden sich an Details, die die Badminton World Federation (BWF) in ihren Spielregeln (Laws of Badminton) festlegt und der Deutsche Badminton-Verband (DBV) für den Spielbetrieb übernimmt: Rallypunkt-Zählweise, Aufschlagposition, die feste Aufschlaghöhe und die unterschiedlichen Linien im Einzel und Doppel. Dieser Ratgeber erklärt den Stand 2026, ordnet die beschlossene 3×15-Zählweise ein und liefert Rechenbeispiele für die Zählung beim Training oder Punktspiel.

Zählweise: Rallypunkte bis 21

Jeder Ballwechsel bringt einen Punkt, egal wer aufgeschlagen hat. Dieses 3×21-System gilt international seit 2006.

  • Ein Spiel geht über zwei Gewinnsätze.
  • Ein Satz ist gewonnen, wer zuerst 21 Punkte erreicht.
  • Bei 20:20 gewinnt, wer zuerst zwei Punkte Vorsprung hat (22:20, 23:21 usw.).
  • Bei 29:29 entscheidet der 30. Punkt, 30 ist die Obergrenze.
  • Wer einen Satz gewinnt, schlägt im nächsten Satz zuerst auf.

Rechenbeispiele

Stand Satz beendet? Begründung
21:19 Ja 21 erreicht, zwei Punkte Vorsprung
21:20 Nein Nach 20:20 nur ein Punkt Vorsprung
24:22 Ja Zwei Punkte Vorsprung nach 20:20
30:29 Ja Obergrenze bei 29:29

Ein Spiel endet 21:18, 19:21, 22:20. Spieler A hat Satz eins und drei gewonnen, also 2:1 in Sätzen. Punkte gesamt: A 21+19+22 = 62, B 18+21+20 = 59. Bei Gleichstand in Tabellen oder Gruppenphasen können Satz- und Ballpunkte entscheiden, deshalb lohnt es sich, sie sauber mitzuschreiben.

Wer am Spielfeldrand per Handy oder Tablet zählen will, nutzt unsere Anzeigetafel online mit Satzstand und Aufschlaganzeige.

Pausen und Seitenwechsel

  • Erreicht die führende Seite in einem Satz 11 Punkte, gibt es eine Pause von höchstens 60 Sekunden.
  • Zwischen den Sätzen beträgt die Pause höchstens 120 Sekunden.
  • Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt, im dritten Satz zusätzlich, wenn die führende Seite 11 erreicht.

Aufschlagregeln

Die meisten Diskussionen im Verein drehen sich um den Aufschlag. Die wichtigsten Punkte:

  1. Aufschläger und Rückschläger stehen in diagonal gegenüberliegenden Aufschlagfeldern, ohne die Linien zu berühren.
  2. Beide müssen mit einem Teil beider Füße Bodenkontakt in fester Position haben, bis der Aufschlag ausgeführt ist.
  3. Der Schläger muss zuerst den Korkfuß des Federballs treffen.
  4. Im Treffmoment muss sich der gesamte Ball unterhalb von 1,15 m über dem Boden befinden. Diese feste Höhe ersetzt die frühere Taillenregel und macht Entscheidungen messbar. Schiedsrichter nutzen ein Messgerät, im Training reicht ein Klebeband am Pfosten.
  5. Hat die Vorwärtsbewegung begonnen, muss sie ohne Unterbrechung oder Täuschung weitergehen.
  6. Der Ball muss aufwärts über das Netz fliegen und im Aufschlagfeld des Rückschlägers landen (Linie ist gut).

Aus welchem Feld wird aufgeschlagen?

Im Einzel schlägt man bei gerader eigener Punktzahl (0, 2, 4 …) aus dem rechten, bei ungerader aus dem linken Feld auf. Gewinnt man den Ballwechsel, gibt es einen Punkt und man schlägt aus dem anderen Feld erneut auf. Verliert man ihn, wechselt das Aufschlagrecht.

Im Doppel gilt dieselbe Logik für die Punktzahl der aufschlagenden Partei. Nur sie wechselt die Felder: Gewinnt sie den Ballwechsel, wechselt derselbe Aufschläger das Feld. Gewinnt die rückschlagende Partei, erhält sie Punkt und Aufschlag, aber niemand wechselt; es schlägt auf, wer laut neuem Spielstand im richtigen Feld steht.

Spielfeldlinien: Einzel und Doppel

Das Spielfeld misst 13,40 m × 6,10 m. Das Netz ist in der Mitte 1,524 m und an den Pfosten 1,55 m hoch.

Linie Einzel Doppel
Seitenlinie im Ballwechsel Innere Seitenlinie (5,18 m Breite) Äußere Seitenlinie (6,10 m)
Hintere Aufschlaglinie Grundlinie Innere Linie, 0,76 m vor der Grundlinie
Vordere Aufschlaglinie 1,98 m vom Netz 1,98 m vom Netz
Hintere Begrenzung im Ballwechsel Grundlinie Grundlinie

Merksatz: Einzel ist lang und schmal, der Doppelaufschlag kurz und breit. Nach dem Aufschlag gilt im Doppel das komplette Feld inklusive Grundlinie.

Fehler im Überblick

Ein Fehler beendet den Ballwechsel, der Punkt geht an die Gegenseite. Typisch sind:

  • Ball landet im Aus, fliegt durch oder unter dem Netz oder kommt nicht hinüber.
  • Ball berührt Decke, Wand, Körper oder Kleidung eines Spielers.
  • Berührung von Netz oder Pfosten mit Schläger, Körper oder Kleidung bei laufendem Ballwechsel.
  • Treffen des Balls über der gegnerischen Hälfte; Durchschwingen nach eigenem Treffpunkt ist erlaubt.
  • Doppelschlag desselben Spielers oder aufeinanderfolgende Schläge beider Partner.
  • Eindringen unter dem Netz mit Behinderung oder Ablenkung des Gegners.
  • Absichtliches Ablenken durch Rufen oder Gesten.
  • Aufschlagfehler, etwa Ball über 1,15 m im Treffmoment oder vorzeitig angehobener Fuß.

Ein Let ist kein Fehler: Der Ballwechsel wird ohne Punkt wiederholt, zum Beispiel wenn der Ball nach dem Aufschlag auf der Netzkante hängen bleibt, der Rückschläger nicht bereit war oder ein Ball vom Nachbarfeld hereinfliegt.

3×15: Was sich ab 2027 ändert

Über die Zählweise wird seit Jahren gestritten. Die BWF testete 5×11, ein 3×15-Antrag scheiterte 2021 an der Zweidrittelmehrheit. 2026 klappte es: Auf der 87. BWF-Jahreshauptversammlung am 25. April 2026 im dänischen Horsens beschlossen die Mitglieder 3×15 als Standard ab 4. Januar 2027. Die Eckpunkte laut BWF:

  • Weiterhin zwei Gewinnsätze, aber jeder Satz geht bis 15.
  • Bei 14:14 sind zwei Punkte Vorsprung nötig, Obergrenze 21 (bei 20:20 entscheidet der nächste Punkt).
  • Die 60-Sekunden-Pause kommt, wenn die führende Seite 8 Punkte erreicht; im dritten Satz wird bei 8 die Seite gewechselt.
  • Die 120-Sekunden-Pause zwischen den Sätzen bleibt.
  • 3×21 bleibt als Alternative für Verbände, Vereine und Ligen erlaubt.

Der DBV hat die Umstellung vorgezogen und erlaubt Ausrichtern seiner Einzelturniere die 3×15-Zählweise seit dem 1. August 2026. Für den Mannschaftsspielbetrieb in Landes- und Bezirksligen gilt, was die jeweilige Spielordnung des Landesverbands festlegt. Schauen Sie vor dem Spieltag in die Ausschreibung und schreiben Sie das Format auf den Spielberichtsbogen.

Praxistipps für Verein und Schule

  • Format vorher festlegen: 3×21 oder 3×15 für Wettkampfspiele, ein Satz bis 21 oder 15 bei großen Gruppen.
  • Aufschlag auslosen: Münze oder Schläger drehen; der Gewinner wählt Aufschlag, Rückschlag oder Seite.
  • 1,15 m markieren: Klebeband am Netzpfosten hilft beim Selbstcheck.
  • Linien fair ansagen: Im Freundschaftsspiel bei Zweifel Let spielen.
  • Spielstand laut ansagen: Vor jedem Aufschlag zuerst die Punkte des Aufschlägers. Bei Vereinsturnieren lässt sich die digitale Anzeigetafel auf einen Bildschirm in der Halle legen.

Quellen

Grundlage sind die BWF Laws of Badminton in der 2026 gültigen Fassung (inklusive fester Aufschlaghöhe 1,15 m), die BWF-Mitteilungen vom 25. und 26. April 2026 zum 3×15-System (gültig ab 4. Januar 2027) und die Bekanntgabe des DBV zur vorzeitigen Zulassung für Einzelturniere ab August 2026. Für den Ligabetrieb gelten zusätzlich die Spielordnungen des DBV und der Landesverbände.

Häufige Fragen

Bis wie viele Punkte spielt man im Badminton?

Nach den 2026 gültigen Spielregeln bis 21. Bei 20:20 braucht man zwei Punkte Vorsprung, bei 29:29 entscheidet der nächste Punkt. Mehr als 30 Punkte gibt es also nicht.

Wird im Badminton bald nur noch bis 15 gespielt?

Ja. Die BWF-Mitglieder haben am 25. April 2026 das 3×15-System beschlossen, international gilt es ab 4. Januar 2027. Der DBV erlaubt es bei seinen Einzelturnieren bereits seit August 2026, 3×21 bleibt als Alternative erhalten.

Wie hoch darf der Aufschlag im Badminton sein?

Im Moment des Treffens muss sich der gesamte Federball unterhalb von 1,15 m über dem Boden befinden. Diese feste Höhe hat die alte Taillenregel abgelöst.

Darf man im Badminton das Netz berühren?

Nein. Berührt man Netz oder Pfosten mit Schläger, Körper oder Kleidung, während der Ball im Spiel ist, ist das ein Fehler. Durchschwingen über das Netz ist erlaubt, wenn der Treffpunkt auf der eigenen Seite lag.

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