Futsal ist mehr als „Fußball in der Halle“. Statt Bande, Rundumtore oder Hobbyregeln gibt es ein eigenes, international einheitliches Regelwerk: die FIFA Futsal Laws of the Game 2025/26 (in Kraft seit 5. September 2025). Der DFB setzt seit Jahren auf Futsal als offizielle Hallenvariante, betreibt seit 2021 eine eigene Futsal-Bundesliga und hat die Futsal-Regeln auch für viele Hallenturniere im Jugend- und Amateurbereich eingeführt. Wer von der klassischen Hallenrunde mit Bande kommt, muss sich vor allem an vier Dinge gewöhnen: kein Abseits, kein Einwurf, strenge 4-Sekunden-Regeln und kumulierte Fouls.
Spielfeld, Tore und Ball
| Element | Futsal (FIFA 2025/26) |
|---|---|
| Spielfeldlänge | 25–42 m (international 38–42 m) |
| Spielfeldbreite | 16–25 m (international 20–25 m) |
| Tor | 3 × 2 m |
| Strafraum | Viertelkreise mit 6 m Radius um die Torpfosten |
| Strafstoßmarke | 6 m |
| Zweite Strafstoßmarke | 10 m |
| Ball | Größe 4, 62–64 cm Umfang, 400–440 g, sprungreduziert |
Der Futsalball springt deutlich weniger als ein normaler Fußball: Aus 2 m Höhe fallen gelassen, darf er beim ersten Aufprall nur 50 bis 65 cm hochspringen. Das hält den Ball am Boden und belohnt Technik. Mehr zu Bällen finden Sie im Ratgeber Ballgrößen nach Sportart und Alter. Maße für Hallen- und Freiplätze im Vergleich zeigt unser Tool Fußballfeld-Maße.
Eine Bande gibt es nicht. Verlässt der Ball das Feld über die Seitenlinie, folgt ein Einkick; über die Torlinie ein Torabwurf oder ein Eckstoß.
Mannschaft und fliegende Wechsel
Jedes Team spielt mit fünf Spielern, davon ein Torwart. Ein Spiel kann nicht beginnen oder fortgesetzt werden, wenn ein Team weniger als drei Spieler hat. Die Zahl der Auswechselspieler legt der Wettbewerb fest, üblich sind bis zu neun.
Gewechselt wird fliegend und unbegrenzt – jedoch nur innerhalb der eigenen Wechselzone vor der Bank. Der ausgewechselte Spieler muss das Feld verlassen haben, bevor der neue es betritt. Ein Wechselfehler wird mit Verwarnung geahndet. Auch der Torwart kann jederzeit gewechselt werden; viele Teams setzen in Schlussphasen einen Flying Goalkeeper ein, also einen Feldspieler im Torwarttrikot oder einen mitspielenden Torwart, um in Überzahl anzugreifen.
Die Startaufstellung samt Wechselblöcken lässt sich mit unserem Aufstellungs-Tool planen.
Spielzeit, Auszeit und Verlängerung
Gespielt werden zweimal 20 Minuten effektive Spielzeit. Der Zeitnehmer stoppt die Uhr, sobald der Ball aus dem Spiel ist, und startet sie bei der Spielfortsetzung neu. Die Halbzeitpause darf höchstens 15 Minuten dauern.
Jedes Team hat eine Auszeit von einer Minute pro Halbzeit. Muss ein Sieger ermittelt werden, folgen zweimal fünf Minuten Verlängerung und danach ein Elfmeterschießen – hier vom 6-m-Punkt.
Für Hallenturniere ohne offizielles Kampfgericht reicht oft eine einfache Online-Anzeigetafel, die sich anhalten und fortsetzen lässt. Wie Futsal im Vergleich zu anderen Sportarten bei der Dauer abschneidet, zeigt der Ratgeber zur Spieldauer verschiedener Sportarten.
Die 4-Sekunden-Regel
Keine Regel prägt Futsal so sehr wie die vier Sekunden. Sie gilt für alle Standardsituationen, sobald der Ball spielbereit ist:
- Einkick: Ball ruhend auf der Seitenlinie (oder knapp dahinter), Ausführung innerhalb von vier Sekunden. Gegner halten 5 m Abstand. Ein Tor direkt aus dem Einkick zählt nicht.
- Torabwurf: Der Torwart wirft den Ball innerhalb von vier Sekunden aus dem Strafraum.
- Freistoß und Eckstoß: ebenfalls innerhalb von vier Sekunden.
- Torwart in der eigenen Hälfte: Er darf den Ball in der eigenen Hälfte höchstens vier Sekunden kontrollieren, egal ob mit Hand oder Fuß.
Wird die Zeit überschritten, erhält der Gegner den Ball – beim Einkick per Einkick, beim Torabwurf per indirektem Freistoß. Die Schiedsrichter zählen die Sekunden sichtbar mit der Hand.
Dazu kommen Rückpass-Beschränkungen: Hat der Torwart den Ball in der eigenen Hälfte abgegeben, darf er ihn nicht erneut annehmen, bevor ein Gegner ihn gespielt oder berührt hat. Die genaue Formulierung steht in Regel 12 des Futsal-Regelwerks.
Fouls, kumulierte Fouls und 10-m-Strafstoß
Fouls werden grundsätzlich wie im Fußball bewertet. Grätschen sind nicht grundsätzlich verboten, werden aber streng beurteilt, sobald sie rücksichtslos oder gefährlich sind.
Besonders ist die Zählung der kumulierten Fouls: Jedes Vergehen, das mit einem direkten Freistoß bestraft wird, zählt für die Mannschaft. Bis zum fünften Foul pro Halbzeit darf bei Freistößen eine Mauer gestellt werden. Ab dem sechsten kumulierten Foul gibt es einen direkten Freistoß ohne Mauer – entweder vom 10-m-Punkt oder, wenn das Foul näher am Tor passiert ist, von der Stelle des Vergehens. Die Fouls der zweiten Halbzeit zählen in einer Verlängerung weiter.
Beispiel
Team A hat in der ersten Halbzeit vier Fouls gesammelt. Zur Pause wird auf null gestellt. In der zweiten Halbzeit begeht Team A fünf Fouls – noch keine Konsequenz außer normalem Freistoß. Das sechste Foul in Minute 34 führt zu einem Freistoß ohne Mauer vom 10-m-Punkt.
Karten und Unterzahl
Gelbe und Rote Karten gibt es wie im Fußball. Wird ein Spieler des Feldes verwiesen, spielt sein Team zwei Minuten in Unterzahl. Erzielt die Mannschaft mit mehr Spielern vorher ein Tor, darf die dezimierte Mannschaft sofort wieder auffüllen. Der des Feldes verwiesene Spieler selbst darf nicht zurückkehren.
Bei FIFA-Futsalturnieren kommt zudem Football Video Support (FVS) zum Einsatz: Trainer können eine begrenzte Zahl an Überprüfungen strittiger Szenen beantragen.
Futsal vs. Hallenfußball mit Bande
| Merkmal | Futsal | Klassischer Hallenfußball |
|---|---|---|
| Spielfeldbegrenzung | Linien, keine Bande | oft Rundumbande |
| Ball | sprungreduziert, Größe 4 | meist normaler Ball |
| Seitenaus | Einkick | Spiel läuft an der Bande weiter |
| Spielzeit | Nettospielzeit | meist durchlaufend |
| Fouls | kumuliert, ab dem 6. ohne Mauer | Turnierregeln |
Wer im Winter Hallenturniere ausrichtet, sollte in der Ausschreibung klar festlegen, ob nach Futsal-Regeln oder mit Bande gespielt wird. Die allgemeinen Grundlagen des Spiels auf dem Großfeld erklärt unser Ratgeber zu den Fußballregeln.