Fußball ist simpel: zwei Teams, ein Ball, zwei Tore. Damit das Spiel überall auf der Welt gleich funktioniert, gibt es jedoch ein verbindliches Regelwerk – die Laws of the Game des International Football Association Board (IFAB). Aktuell gilt die Ausgabe 2026/27, in Kraft seit dem 1. Juli 2026. Der DFB übersetzt sie als offizielle Fußballregeln und ergänzt für den Spielbetrieb in Deutschland eigene Bestimmungen, etwa zu Jugendspielzeiten oder zum Wechselmodus in der Kreisliga. Die 17 Regeln lassen sich in fünf Themenblöcke ordnen, die wir hier nacheinander durchgehen.
Spielfeld, Ball und Ausrüstung (Regeln 1–4)
Ein Fußballfeld ist rechteckig. Die Regeln erlauben einen großen Spielraum, für internationale Spiele ist er enger:
| Maß | Allgemein | International |
|---|---|---|
| Länge | 90–120 m | 100–110 m |
| Breite | 45–90 m | 64–75 m |
| Tor | 7,32 × 2,44 m | 7,32 × 2,44 m |
| Strafraum | 16,5 m | 16,5 m |
| Torraum | 5,5 m | 5,5 m |
| Strafstoßmarke | 11 m | 11 m |
| Mittelkreis (Radius) | 9,15 m | 9,15 m |
In Bundesliga-Stadien ist 105 × 68 m Standard. Alle Maße und Linien können Sie mit unserem Rechner für Fußballfeld-Maße nachschlagen.
Der Ball der Größe 5 hat einen Umfang von 68–70 cm und wiegt 410–450 g. Im Jugendbereich sind kleinere und leichtere Bälle üblich. Spieler tragen Trikot, Hose, Stutzen, Schienbeinschoner und Schuhe; seit 2026/27 sprechen die Regeln statt von „Schmuck“ allgemeiner von „Accessoires“, die erlaubt sein können, wenn sie sicher abgedeckt sind.
Spieler und Auswechslungen (Regel 3)
Jedes Team beginnt mit elf Spielern, darunter ein Torwart. Sinkt die Zahl unter sieben, wird das Spiel abgebrochen.
- In Pflichtspielen der Erwachsenen sind bis zu fünf Auswechslungen erlaubt.
- Diese dürfen in höchstens drei Unterbrechungen plus der Halbzeitpause erfolgen.
- In der Verlängerung gibt es einen zusätzlichen Wechsel und eine zusätzliche Wechselgelegenheit.
- Wettbewerbe können zusätzliche, dauerhafte Gehirnerschütterungs-Auswechslungen zulassen.
- Bei A-Länderspielen ohne Wettbewerbscharakter sind ab 2026/27 acht Wechsel üblich, nach Absprache bis zu elf.
Im Amateurfußball regeln die Landesverbände die Details; in vielen unteren Klassen und im Jugendbereich ist das Rückwechseln erlaubt. Ihre Startelf und Bank planen Sie am einfachsten mit unserem Tool Aufstellung erstellen.
Schiedsrichter und Spielzeit (Regeln 5–8)
Der Schiedsrichter hat die volle Entscheidungsgewalt; Assistenten, Vierter Offizieller und – in den Profiligen – der Video-Assistent unterstützen ihn. Neu ist, dass Schiedsrichter optional Bodycams tragen dürfen.
Ein Spiel dauert 2 × 45 Minuten mit höchstens 15 Minuten Halbzeitpause. Für Wechsel, Verletzungen, VAR-Checks, Zeitspiel und Torjubel wird Nachspielzeit addiert. Ist ein Sieger nötig, folgen 2 × 15 Minuten Verlängerung und danach das Elfmeterschießen. Alle Einzelheiten stehen im Ratgeber Wie lange dauert ein Fußballspiel?.
Das Spiel beginnt mit dem Anstoß. Nach Unterbrechungen ohne klare Spielfortsetzung gibt es einen Schiedsrichterball. Seit 2026/27 erhält ihn das Team, das den Ballbesitz gewonnen oder behalten hätte.
Ball im Spiel, Tore und Abseits (Regeln 9–11)
Der Ball ist im Aus, wenn er die Tor- oder Seitenlinie vollständig überquert hat – am Boden oder in der Luft. Dasselbe gilt für ein Tor: Der Ball muss mit vollem Umfang hinter der Linie sein. In der Bundesliga hilft dabei die Torlinientechnik.
Die Abseitsregel (Regel 11) bestraft Angreifer, die beim Zuspiel näher an der gegnerischen Torlinie stehen als Ball und vorletzter Gegenspieler und aktiv eingreifen. Ausführlich erklärt im Ratgeber Abseitsregel.
Fouls, Karten und Strafstoß (Regeln 12–14)
Regel 12 unterscheidet zwischen Vergehen, die mit direktem Freistoß (z. B. Treten, Stoßen, Halten, Handspiel), und solchen, die mit indirektem Freistoß bestraft werden (z. B. gefährliches Spiel ohne Kontakt, Behindern ohne Kontakt). Ein direkter Freistoß im eigenen Strafraum führt zum Strafstoß von der 11-Meter-Marke.
Zusätzlich gibt es persönliche Strafen:
- Gelbe Karte (Verwarnung), z. B. für unsportliches Verhalten, Meckern, wiederholte Vergehen oder Verzögern der Spielfortsetzung.
- Rote Karte (Feldverweis), z. B. für grobes Foulspiel, Tätlichkeit, Notbremse oder eine zweite Verwarnung (Gelb-Rot).
Sonderfall Torhüter: Hält er den Ball länger als acht Sekunden in den Händen, erhält der Gegner einen Eckstoß. Der Schiedsrichter zählt die letzten fünf Sekunden sichtbar mit der Hand herunter. Welche Vergehen genau zu welcher Karte führen, steht im Ratgeber Gelbe und Rote Karte.
Spielfortsetzungen (Regeln 15–17)
| Situation | Spielfortsetzung | Abseits möglich? |
|---|---|---|
| Ball über die Seitenlinie | Einwurf | nein |
| Ball über die Torlinie, zuletzt vom Angreifer berührt | Abstoß | nein |
| Ball über die Torlinie, zuletzt vom Verteidiger berührt | Eckstoß | nein |
| Foul | direkter oder indirekter Freistoß | ja |
Bei Freistößen müssen Gegner 9,15 m Abstand halten. Ein Einwurf muss mit beiden Händen von hinten über den Kopf erfolgen, beide Füße bleiben am Boden.
Neuerungen 2026/27 und optionale Regeln
Einige Änderungen gelten nur, wenn ein Wettbewerb sie ausdrücklich übernimmt – etwa die FIFA bei der WM 2026:
- Fünf-Sekunden-Countdown bei verzögerten Einwürfen (Einwurf für den Gegner) und Abstößen (Eckstoß für den Gegner).
- Ein ausgewechselter Spieler muss das Feld binnen zehn Sekunden verlassen, sonst darf der Einwechselspieler erst nach einer Minute Spielzeit hinein.
- Ein auf dem Feld behandelter Spieler muss nach der Spielfortsetzung eine Minute draußen bleiben.
- Ab dem 1. Juli 2027 darf in allen Wettbewerben nur noch der Kapitän den Schiedsrichter ansprechen.
Ob die DFL oder Ihr Landesverband diese Optionen schon nutzt, regeln die jeweiligen Durchführungsbestimmungen der aktuellen Saison.
Fußballregeln im Vereinsalltag
Im Amateurfußball sind die Grundregeln identisch, doch vieles wird lokal angepasst: Spielzeiten im Jugendbereich, Kleinfeldformate bis zur E-Jugend, Rückwechsel oder Zeitstrafen. Für Hobby- und Freundschaftsspiele lohnt sich eine kurze Absprache vor dem Anpfiff. Den Spielstand behalten Sie mit unserer Online-Anzeigetafel im Blick, Spielzüge und Standards lassen sich auf der Taktiktafel planen.